Areal Větruše


Větruše ist eine der unübersehbaren Dominanten, deren Bedeutung besteht im historischen und gesellschaftlichen Wert des Objekts, das den Lebensstil an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts einfängt. Das Gebäude Větruše steht auf einer Felszunge und auf einer durch Stützmauern aus Steinen gebildeten Terrasse am Rand des Elbtals unter dem Gipfel Soudný vrch.

Gegenwart

Heute wird das Schlösschen Větruše wieder ein Ort des gesellschaftlichen Lebens nicht nur von der Aussiger Bevölkerung. Ein Bestandteil des Hauptgebäudes ist ein Ausflugsrestaurant mit einer Aussichtsterrasse, ein Tanzsaal und einige Kleinsaale, welche als Konferenzräumlichkeiten dienen. In der Zukunft überlegt man über den Nachbau eines Hotelteiles. Das Bauwerk hat auch einen 30 m hohen Turm, welcher als Aussichtsturms dient. Aus dem Turm gibt es eine wunderschöne Aussicht auf das Elbtal und auf die Stadt Ústí nad Labem. Für eine besserer Orientierung sind in dem Turm Panoramafotos mit der Bezeichnung von interessanten Orten installiert. Der Turm ist ganzjährig geöffnet. Womit lockt dieses Areal weiter ist das Spiegel- und Naturlabyrinth, Kinderplatz und Sportplatz. In dem Spiegellabyrinth können sich die Besucher mit Blick in die krümmen Spiegel unterhalten, die Exposition in dem Ausstellungsteil anschauen, und das Informationszentrum besuchen. In der Nachbarschaft des Spiegellabyrinths verlieren sich die Besucher im Irrgarten von grünen Thujen des natürlichen Labyrinths. Den Spielplatz bilden zwei Tennisplätze, ein Korbball-, Volleyball- und Tischtennisspielplatz. Die Kinder werden sich beim Besuch im Kindereck mit Sportplatzgeräten amüsieren. Im Areal sind es Parkplätze für PKWs und auch Busse zur Verfügung.

Geschichte

Die Legende erzählt, dass Labohoř im Jahre 826 zum Schutz gegen Feinde eine Burg erbaute und diese „Vitruš/Wittrusch“ zu Ehren seiner Gattin benannte. Diese brannte aber bis zum Fundament aus.

19. Jahrhundert

Als der Mieter des Schützenhauses Johann Thomas an einem Tag eine Quelle für seinen Brunnen suchte, deckte er starke Gründungsmauern einer Burg ab. Im Jahre 1839 übergab er dem Magistrat einen Bauplan zur Verschönerung der Höne Soudný vrch mit herrlichen Aussichten nach drei Seiten das Elbtal und den Ring der umgebenden Hügel. Im Jahre 1847 wurde der Bau des Restaurants beendet. Im Verfolg der Zeit steigerten sich die Anforderungen an diesen Platz. Es wuchs Komfort und moderne Anlagen. Größter Wunsch der Bewohner war der Bau eines neuen Restaurantgebäudes, welches Zierde der Stadt sein würde. Im Jahre 1847 wurde der Bau des Restaurants beendet. Am 7. Oktober 1897 konnte der letzte Stein gelegt werden. Im unteren Geschoss dominierte in der Mitte eine frei zugängliche Halle, Säulen trugen das Gewölbe des Gastraumes und besonders gemütlich war die „altdeutsche Stube“. Das erste Geschoss nahm der Saal mit Nebensälen ein und an beiden Seiten waren achteckige Erker, dessen äußere Türmchen den ganzen Bau zierten. Die Zimmer im obersten Geschoss dienten als Touristenunterkunft. Die Nordseite des Gebäudes schloss ein Aussichtsturm mit vier Erkern ab.

Větruše wurde mit den Jahren Ort der Erholung und Unterhaltung für Tausende Menschen. Auf der gepflegten Wiese traten Sänger, Turner auf, fanden die Feierlichkeiten aller Vereine und Verbände statt, wurden Theateraufführungen gespielt. Nicht nur bei Fahrt mit Schiff oder Zug wurde die Symbol der Stadt und Zentrum des gesellschaftlichen und Vereinslebens der Bewohner in Ústí nad Labem.

Nachkriegzeit

Nach dem Jahre 1945 bekam die Höhe ihren alten tschechischen Namen zurück, der auch auf das Restaurant überging. Hier lebte bis Ende der Sechziger Jahre das gesellschaftliche Leben weiter. Kurz nach dem Krieg wurde das Objekt als deutsches Eigentum nach Dekret 108/45 konfisziert und der Nationalen Verwaltung übergeben. Im Dezember 1950 wurde der Bau unter die Tschechoslowakische Sokolgemeinde in Prag gegeben und drei Jahre später ging er unter die Verwaltung des staatlichen Ausschusses für Körperkultur und Sport über. Eine weitere Änderung entstand nach dem Jahre 1954, als Větruše vom Volkseigenen Betrieb Turista Praha verwaltet wurde. Datum einer Wende war das Jahr 1958, als die Dominante in die Gesellschaft Restaurace a jídelny (Restaurants und Verpflegungseinrichtungen) Ústí nad Labem überging.

Die Gesellschaft baute den hinteren Flügel um, der später als Herberge für ausländische Arbeiter diente. Wegen des schlechten technischen Zustands und Geldmangel für Reparaturen wurde der gesamte Komplex in der Mitte der achtziger Jahre geschlossen.

Větruše nach dem Jahre 1989

Die Änderungen in der politischen und gesellschaftlichen Situation gingen auch an Větruše nicht vorbei. Zu Beginn der Neunziger Jahre hatte das Rathaus die Möglichkeit, das Objekt in das historische Eigentum der Stadt einzuschreiben. Am Ende wurde Větruše aber im Jahre 1992 in der kleinen Privatisierung einem privaten Interessenten verkauft. Dann ging es von einem Besitzer zu anderem, ohne Reparaturen. Es gelang nicht einmal mehr, die zerfallene Gaststätte unter ihrem Preis zu verkaufen.
Am 13. Juli 2000 brach auf Větruše ein Brand aus. Der Bau kam so um seine Dominante – den Aussichtsturm, dem der Einsturz drohte.

Die Stadt kauft Větruše

Im Jahre 2001 kaufte die Stadt Ústí nad Labem Vetruše für 2,010 Mio. CZK mit dem Ziel, ihr den ehemaligen Glanz zurückzugeben und aus ihr wieder den beliebten Ausflugsort nicht nur für die Einwohner der Stadt Ústí zu machen. Die ersten Reparaturen des Objekts begannen Ende des Jahres 2002.
Die Rekonstruktion des Hauptgebäudes und der Aufbau des herumliegenden Unterhaltungsareals dauerte bis zum Jahre 2005. Die Gesamtreparaturkosten erreichten fast 130 Mil. Kč.

Umgebung von Větruše

In der nahen Umgebung von Větruše befinden sich die Reste des mittelalterlichen Richtplatzes, und es beginnt hier auch der Lehrpfad Větruše – Vrkoč mit neun Informationstafeln.

Wohin von Větruše?

Über die Dubitzer Kirche zum Denkmal von Přemysl Oráč (Ackermann aus Böhmen)

Aus Větruše begeben Sie sich entlang der grünen Markierung über die bewaldeten Elbabhängen zum 12 m großen Wasserfall, dem größten im Böhmischen Mittelgebirge, welcher sich unter einem geologisch interessanten Felsgebilde Vrkoč befindet (Säulenabsonderung vom Stein). Gehen Sie durch die Gemeinde Vaňov (Wannow) und weiter durch den Wald in die Dolní Zálezly (Salesel). Steigen Sie um das Müllerkreuz (eine Aussicht) herum zur Dubitzer Kirche, wovon es einen ungewöhnlichen Blick in das Elbetal und auf die umliegende Berge gibt, in der Ferne ist es auch der Berg Říp (Sankt Georgsberg) zu sehen. Das Grüne führt durch das Dörfchen Dubičky und über Wiesen zum Aussichtspunkt Pod Kameny (Unter den Steinen). Beim Abstieg gehen Sie um die Gemeinde Suchá (Suchei) vorbei und über den Abhang des Ochsenberges kommen Sie nach Stadice (Staditz). Den Ort, wo der Přemysl laut der Sage ackerte, bezeichnet schon mehr als 150 Jahre das Denkmal mit dem Pflug. Eine Erinnerung sind auch die Reliefe, welche die Ankunft von Boten der Fürstin Libussa und den Empfang des Přemysl auf der Burg Vyšehrad abbilden.

Von Větruše nach Vaňov über Vrkoč

Diesen Ausflug kann man bequem in zwei bis drei Stunden schaffen, die Strecke ist nicht besonders für Kinderwagen geeignet und auch nicht bei strengem Frost, bei dem ein Teil des Wegs mit Glatteis bedeckt sein kann. Von Větruše führt uns die grüne Markierung, ca. einen Kilometer steigt sie zusammen mit der roten, an den letzten Häuschen biegt sie links ab und führt in den Wald. Der enge Pfad führt bequem auf Höhenlinien unter den Elbhöhen bis zur Lichtung unter der Hochspannungsleitung, steigt dann ein Stück auf Stufen zwischen Basaltfelsen und führt zu den hohen Buchen, wo sich ein Rastplatz befindet. Nach einer Weile kreuzt eine gelbe Markierung, die von der Schleuse nach Polešin führt. Hinter der Wegkreuzung sinkt der Weg leicht bis zur Kante der Schlucht des Vaňovský Wasserfalls, es folgt ein bequemer Weg zum Fuß des Wasserfalls, der mit einer Höhe von 12m zu den höchsten im Mittelgebirge gehört. Im Winter friert der Wasserfall ein und ist beliebtes Ziel für Bergsteiger, die an Gletschern klettern. Vom Fuß des Wasserfalls biegt der Weg auf den Gipfel des Felsens Vrkoč ab, am Anfang des Weges befindet sich am rechten Ufer eine Steintafel aus dem Jahre 1916 mit Aufschrift zur Erinnerung an die österreichischen Pioniere, welche diesen Weg angelegt haben. Vom Gipfel Vrkoč ist eine schöne Aussicht in das Innere des Felsenriffs und auf das Stadtpanorama, die Burg Střekov und Vaňov. Zirka 50 m unter dem Gipfel Vrkoč in Richtung Vaňov biegt ein nicht markierter Pfad ab, der uns entlang der Felsen auf einen bequemeren Waldweg führt. Nach einigen Hundert Metern führt der Weg aus dem Wald hinaus. Die hier stehende Villa erbaute in den Neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts der berühmte Gartenzwerghersteller aus Ústí Ferdinand Maresch (1855 – 1940). Entlang des Zaunes führt uns der Weg bald nach Vaňov, nach einem Imbiss im Gasthaus U Lípy können wir mit Stadtautobus nach Ústí zurückfahren.

Von Větruše nach Vaňov über Milenci und der Panenská skála

Von Větruše gehen wir auf der grünen Markierung bis zur Wegkreuzung mit der gelben Markierung vor dem Vaňovský Wasserfall. Von hier gelangen wir über eine steilere Steigung auf der gelben Markierung bald an die Kante der Elbseite, der Pfad steigt dann nur noch leicht und führt uns nach etwa einem Kilometer über Wiesen und durch Wald in die Gemeinde Podlešin. Von hier führt die gelbe Markierung weiter auf der Straße nach Chvalova. Am Waldrand des Gipfels Vaňovský vrch führt eine gelbe Abzweigung nach ca. 500 m zur Aussicht am oberen Rand des Felsens Vaňovská skála. Von hier ist der schönste Blick auf die Stadt Ústí, unweit der Aussicht in Richtung Ústí beginnt der bis heute sichtbare Hangrutsch, Čertovka genannt (der Rutsch begann im Jahre 1992). Beim Rückweg zur Straße nach Chvalova gelangen wir bald auf einen Wegweiser mit einer blauen Markierung und gehen auf der blauen Markierung weiter entlang der Hochspannungsleitung bis zum Abzweig zu den Milenci. Die Abzweigung ist etwa einen halben Kilometer. Milenci sind zwei gewaltige Basalttürme einer Höhe von über 10 Metern, eng nebeneinander im steilen Hang stehend. Die Türme sind besonders für Bergsteiger beliebtes Ziel. Von hier ist es günstig auf gleichem Weg, der blauen Markierung zurückzukehren. Der Pfad von den Türmen nach unten führt über ein bewegliches Schotterfeld und ist nur für trainierte Bergsteiger geeignet. Nach Rückkehr von der Abzweigung gehen wir ein Stückchen auf einem Waldweg unter der Hochspannungsleitung zur nächsten Abzweigung, welche uns auf den Gipfel Panenská skála führt, freigelegte Basaltadern mit einzigartigen Blumen und schöner Aussicht ins Elbtal. Auch von diesem Felsen ist es nicht besonders sicher nach unten zu steigen. Nach Rückkehr auf die blaue Markierung führt uns ein bequemer Pfad an den Südrand des Ortes Vaňov.

Weitere Informationen über Větruše einschließlich der Öffnungszeit, Reservation und Preis finden Sie auf den Seiten von Městské služby.